Hoch in den ecuadorianischen Anden liegt die altertümliche Stadt Quito. Ein Spaziergang durch die Altstadt mit ihren Häusern und Kirchen aus dem 16. und 17. Jahrhundert lässt die historischen Wurzeln der Stadt schnell offensichtlich werden. Doch der Ursprung der Stadt reicht sogar weiter zurück, als die alten Häuser vermuten lassen. Hunderte von Jahren, bevor die Spanier kamen, wurde das Land schon von den Quitu besiedelt. Im 15. Jahrhundert kamen die Inka und integrierten die Stadt in ihr Reich. So wurde Quito zu einem der wichtigsten Handelszentren des blühenden Imperiums. 1526, als die Konquistadoren sich näherten, setzten die Inka die Stadt in Flammen, um sie nicht in die Hände der Spanier fallen zu lassen.
Acht Jahre später wurde die Stadt von den Spaniern mit nur 200 Kolonisten erneut gegründet. In den folgenden 250 Jahren wuchs die Stadt stetig an und reiche Siedler und Kirchenoberhäupter bauten Paläste und imposante Kirchen, von denen heute viele noch stehen. 1809 bekundeten die Quiteños ihre erste Unabhängigkeitserklärung. Spanien unterdrückte den Aufstand, aber Quito, und später Ecuador, gewannen ihre Freiheit, als sie die Spanier auf den Abhängen des Pinchincha-Vulkanes über der Stadt besiegten. Der Tag des Kampfes, der 24. Mai 1822, wird auch heute noch im ganzen Land gefeiert. Die Unabhängigkeit brachte dem Land jedoch weder Stabilität noch Frieden. Als Teil von Gran Colombia, und später als Teil vom Unabhängigen Ecuador, kämpfte Quito gegen die Küstenstadt Guayaquil um die Vorherrschaft im Lande. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts konnte sich Quito als die unangefochtene Hauptstadt durchsetzen. In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts breitete sich die Stadt Richtung Norden aus und neue Bezirke wie La Mariscal begannen zu wachsen. Ein Aufschwung in der Landwirtschaft und der Petroleumindustrie förderte die Entstehung neuer Infrastruktur und moderner Wohnvierteln, komplett mit Einkaufszentren, wie sie in Europa und Nordamerika üblich sind.
Heute gilt Quito als eine der abwechslungsreichsten und schönsten Städte Lateinamerikas. Es ist ein Ort, an dem indigene Frauen in traditioneller Bekleidung den Bürgersteig mit Geschäftsmenschen im schwarzen Anzug, Studenten und Touristen teilen. Die koloniale Altstadt ist immer noch intakt mit ihren schmalen Gassen, in denen Straßenverkäufer ihre Güter anbieten. Besucher können die opulente goldene Einrichtung der Compañía Kirche bestaunen, die Kuppel der Basilica del Voto Nacional besteigen, die Geschichte des Landes im Museo de la Ciudad nachverfolgen oder die Fassaden anderer wohlerhaltener Kolonialgebäude bestaunen. Ganz zentral liegt La Mariscal, Euadors Kulturzentrum. Hier findest du das Museo del Banco Central, welches die größten Schätze der Nation beherbergt: kostbare Keramiken und Metallkunstwerke von Ecuadors Pre- Kolumbianischen Völkern, Meisterwerke der kolonialen Kunst, insbesondere von der berühmten Quito Schule und Arbeiten von Ecuadors zeitgenössischen Künstlern. La Mariscal beherbergt auch alle Banken, Restaurants, Hotels, Wäschereien und Büchereien, die ein Tourist sich wünschen kann. Nördlich von La Mariscal liegt der gigantische Parque La Carolina und mehrere Einkaufszentren im amerikanischen Stil. Eingerahmt wird all dies durch die Berge, die Quito umgeben, unter ihnen der prominente Rucu Pinchincha, ein smaragdfarbener, erloschener Vulkan, der mit einer Höhe von fast 5000 Meter Mariscal überrragt.
Quito in Fakten:
Einwohner: 1,4 Millionen
Höhe: 2850 Meter – Quito ist die zweithöchste Hauptstadt der Welt
Distanz vom Äquator: 35 km
Durchschnittliche Tagestemperatur: 20 Grad Celsius








